Geschichte der Constri AG

Der Beinbruch eines kleinen Jungen führte zur Entstehung eines Spielzeugs, welches innert wenigen Jahren die Welt eroberte.

1957 - Der Ursprung von allem

Als sich Max Amsler jun. 1957 einen komplizierten Beinbruch zuzog, welcher ihn für lange Wochen ans Krankenhausbett fesselte, bemerkte sein Vater, Max. Amsler sen., dass der Junge auf der weichen Unterlage unmöglich seine so geliebten Bauklötze stapeln konnte. Sein ideenreicher und schöpferischer Erfindergeist trieb ihn dazu an, die innovative neue Technik des Kunststoff-Spritzgusses zu nutzen und mit der zu jener Zeit entwickelten Fertigbauelementen zu kombinieren.

Entstanden ist ein Baukasten aus leuchtendfarbigen Plastikelementen mit Nocken, welche sich durch Verbindungsstäbe zusammenbauen lassen. Drei Jahre später, gerade rechtzeitig vor Weihnachten, lag der „neugeborene“ Constri-Baukasten in den Schaufernstern der Spielwarengeschäfte auf. Produziert wurde dieser auf eigenen Schnecken-Spritzguss-Maschinen, welche in einer Waschküche, in einer Garage und einer ausgedienten Jod-Quelle standen.

1964 - Gründung Constri Produktions AG

Alle Produktionsmaschinen wurden in Schinznach-Dorf zusammengezogen und durch  die ständige Perfektionierung des Spritzvorgangs wurde die Constri bald zum Geheimtipp für die Entwicklung und Produktion von anforderungsreichen Spritzgussteilen.

Mit einem ausgeprägten Blick für mögliche Erleichterung von Tätigkeiten auf der Baustelle - in Kombination mit grossem Ideenreichtum und der nun vorhandenen Produktionstechnologien - entstanden für den Bausektor innovative neue Bauhilfsmittel, welche die Effizienz auf der Baustelle beträchtlich steigerten.

Dieser Pionier- und Erfindergeist verhalf auch der Ovomaltine-Dose zu einer optimierten Verpackung: die sollte statt dem Metallverschluss neu einen Deckel aus Kunststoff erhalten. Durch innovatives Ausreizen der neuen Kunststoffverarbeitungstechnologie durch die Constri konnte durch einen sogenannten Hintergriff die Griffigkeit des Deckels verbessert und somit das Öffnen der Dose vereinfacht werden.

Auch für einen Schweizer Tischbomben-Hersteller wurde ein Kunststoffdeckel als Ersatz für die bisherige Papierabdeckung entwickelt und produziert. Nach der Übernahme des Unternehmens durch die Constri, wurden die Metallböden und Zeitungspapierkolben der Tischbombe durch innovative Kunststoffteile optimiert. In Schinznach-Dorf wurde daraufhin eine neue Tischbomben-Produktionsstätte aufgebaut. Diese ist bis heute die einzige ihrer Art in der Schweiz und produziert jährlich bis zu fast 1 Millionen Tischbomben mit unterschiedlichsten Themen und Inhalten – was alle verbindet: Schweizer Qualität, sorgfältig von Hand randvoll mit Spielen und Partyartikeln gefüllt.

1966 - Gründung Vertriebs AG

Der Constri Baukasten fand inzwischen in ganz Europa grossen Anklang. Ein zusätzlicher Vertriebsstandort in Oberhausen, Deutschland, wurde eröffnet. Neue Bauelemente erweiterten den bestehenden Konstruktionsbaukasten und neue Packungen eroberten erfolgreich den Markt.

Der Baukasten wurde sogar in den USA unter Lizenz bei Tupperware produziert.

Es wurden weitere Markenvertretungen übernommen (Mattel, Carrera, Lisa Puppenhaus, Wenke Aufblasartikel etc.) und über den damals dominierenden Fachhandel vertrieben.

Das in Brugg ansässige Unternehmen wies rund 10 Mitarbeitende aus.

1968 - Gründung der Amsler & Frey AG

Neue Kunststoffqualitäten kamen fortlaufend auf den Markt und fanden Eingang in die Industrie. Um deren Möglichkeiten zu nutzen und auch in kleinen Stückzahlen produzieren zu können, wurde die Spritzgusstechnologie um weitere Verarbeitungstechnologien erweitert. Max Amsler sen. und Kurt Frey riefen die Firma Amsler & Frey ins Leben. Sie spezialisierten sich auf spanabhebende Kunststoffbearbeitung, den Handel von hochwertigen Kunststoffen und baten Tiefziehen an. Amsler & Frey entwickelte sich zum namhaften High-Tech Betrieb für präzise Bearbeitung von hochwertigen Kunststoffen. Heute beschäftigt die Amsler & Frey AG rund 60 Mitarbeitende und ist national wie international erfolgreich tätig. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus dem Maschinen- und Apparatebau, der Medizintechnik, der Analyse-, Sensor- und Labortechnik, der Elektrotechnik, der Fördertechnik, der Energieversorgung oder dem öffentlichen Bereich.

Eine Weiterentwicklung der Bearbeitungsverfahren für Kunststoffe und neue innovative und wirtschaftliche Möglichkeiten stellt die additive Fertigung (auch bekannt unter 3-D-Druck) dar. Das Unternehmen beteiligte sich 2020 an der führenden 3D-Printing Plattform "Jellypipe" und sieht in dieser zukunftsweisenden Fertigungstechnologie einen weiteren Innovationstreiber. Die Gründerenergie von Max Amsler sen. lebt weiter.

1969 - Gründung der Marke Pro-Spiel

Da sich der Constri-Baukasten besonders in Kindergärten grosser Beliebtheit erfreute, produzierte die Constri Produktions AG bald Grosspackungen mit extra vielen Bauteilen und vertrieb diese über die dafür neu gegründete Abteilung Pro-Spiel.

Durch die Nachfragen der Kunden nach weiteren didaktischen Produkten fanden bald auch pädagoisch wertvolle Handelsartikel den Weg ins Pro-Spiel-Sortiment. Dieses wurde rasant ausgebaut und durch ein Möbelsortiment für Institutionen erweitert.

Inzwischen besteht die breite Produktpalette aus über 4000 Artikeln im Bereich Spiel-, Lehrmittel und Bastelmaterial und über Einrichtungsartikel inkl. einer hausinternen Schreinerei für Eigenprodukte und Spezialanfertigungen.

1976 - Fusion zur Constri AG

Die Firmen "Constri Produktions AG" und "Constri Vertriebs AG" fusionierten zur "Constri AG".

 

Die Firma führte zu diesem Moment drei Marken, deren Tätigkeiten in 3 Abteilungen abgewickelt wurden:

Constri bau: produziert und vertreibt Bauhilfen aus Kunststoff

Constri rot: produziert und vertreibt Tischbomben

Pro-Spiel: vertreibt Spiel- und Lehrmittel und Mobiliar für Institutionen.

1995 - Übergabe an die 2. Generation

Die Führung der Constri AG wird nach dem gesundheitlich bedingten Rückzug des Firmengründers nahtlos durch die 2. Generation im Familienunternehmen übernommen; den Geschwistern Hansueli Amsler, Max. Amsler jun. und Elisabeth Amsler.

Sie sind zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahren im Unternehmen tätig.

Der Firmengründer Max Amsler sen. verstirbt im Jahre 2000.

1999 - Marktaufbau Marke Jako-o

Constri führte in der Schweiz die bis anhin unbekannte Marke Jako-o ein und vertrieb diese mit einem Franchisevertrag. Die Marke steht für hochwertige und ausgewählte Spielsachen und langlebige Kindermode mit dem Slogan „Für Eltern gemacht – von Eltern gedacht“.

Die Aufträge werden zu Beginn der Marktaufbau-Phase noch durch das Pro-Spiel-Team bearbeitet.

Die rasant steigende Nachfrage führte innerhalb eines Jahres zur Bildung eines eigenes Kunden-Service-Centers Jako-o mit bis zu 14 Mitarbeiterinnen. Das stetig erweiterte Jako-o Sortiment erfreute sich bald eines grossen treuen Kundenstamms.

2001 - Eröffnung Laden in Schinznach-Dorf

Der Ausstellungsraum von Pro-Spiel und der vorweihnachtliche Rampenverkauf wurden in ein Ladenkonzept am Unternehmensstandort umgesetzt und mit dem Pro-Spiel und dem Jako-o Sortiment bestückt. Auf über 400 Quadratmeter entstand so ein einladender Verkaufsladen mit einer grossen Auswahl an Spielwaren, Lehrmitteln, Bastelartikeln und Praktischem, welche gleichermassen Pädagogen wie auch Privatpersonen anspricht.

2019 wurde der Laden mit einem Outdoor-Artikel-Bereich um rund 200 Quadratmeter erweitert.

Die fachkundige Beratung unterstützt bei der Auswahl aus über 8‘000 Artikeln.

2015 - Neues Tischbomben-Gebäude

Nach 6 Jahren Planungsphase und fast 2 Jahren Bauzeit wird als weiterer Meilenstein ein neues Gebäude auf dem Firmengelände für die schweizweit einzige Tischbomben-Produktion in Betrieb genommen.

Das mit neuster Gebäudetechnik bestückte, mit einer leistungsfähigen Fotovoltaik-Energieerzeugung versehene und klimatisierte Gebäude bietet konstante Bedingungen und schafft beste Voraussetzungen, um den am Markt alleinstehenden Qualitäts-Level nach Schweizer Ansprüchen und Swiss-Made nochmals zu festigen.

Für unsere Mitarbeitenden können durch diesen Neubau moderne Sozialräume zur Verfügung gestellt werden.

2017 - Jako-o Direktvertrieb aus Deutschland

Nachdem die Constri den Markt für Jako-o in der Schweiz über fast 20 Jahre erfolgreich aufgebaut hatte, erfolgte die einschneidende Veränderung. Ein über die Jahre stetiger Abbau von Handelshemmnissen bei gleichzeitig sinkenden Logistikkosten führten dazu, dass die Inhaberin der Marke Jako-o sich dazu entschied, die Produkte ab Herbst 2017 direkt aus Deutschland in die Schweiz zu vertreiben.

Die Constri AG betreibt weiterhin aus Schinznach Dorf das Kundenservice-Center und die Retouren-Prozesse. Im Laden wird zudem weiterhin ein Teilsortiment aus der Jako-o Produktpalette angeboten.

2018 - Launch der Brand Constri kids

Mit Constri kids bietet die Constri AG erstmals mit einer eigenen Marke einen konsequent auf Privatkunden ausgerichteten Mehrwert. Als Ausrüster von Institutionen weiss die Constri genau, was Eltern für Krippe, Kindergarten und Schule brauchen und wo welche Fördermaterialien hilfreich sind. Die Auswahl an qualitativ hochwertigen und pädagogisch wertvollen Spiel-, Lern-, Bewegungs- und Bastelsachen für Kinder ist durchdacht und fördert ganz nebenbei unterschiedliche Kompetenzen. So sollen Eltern bei Constri kids ausgewählte und clevere Lösungen für die individuelle Förderung von Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren finden.

Mit dem Launch dieser Marke wurde zudem eine neue Generation Webshop eingesetzt, welcher die optimierte Nutzung auf mobilen Geräten unterstützt.

2019 - Führungswechsel

Die 2. Generation der Inhaberfamilie ziehte sich aus dem operativen Geschäft zurück und nimmt ihren Einfluss auf die weitere Entwicklung des Unternehmens im Verwaltungsrat und als Aktionäre wahr. Erstmals im 55-jährigen Bestehen der Constri AG liegt die operative Führungsverantwortung bei einem familienexternen CEO.

Die 3. Generation der Inhaberfamilie ist bereits schon im Unternehmen tätig.

2020 - Rebranding

Die Constri AG organisierte sich neu, um in einer zusehends dynamischeren Zukunft ihre marktbezogenen Leistungen noch optimaler und kundenorientierter erbringen zu können. Die Digitalisierung wird vorangetrieben und im März 2020 stellt sich bereits ein erster Härtetest ein, indem das Land in den CORONA-Lockdown fällt.

Ein Rebranding ist wichtiges Element der Neuausrichtung - die unterschiedlichen Marken werden unter der Dachmarke Constri AG in vier Submarken restrukturiert.

Constri bau: Der Hersteller cleverer Kunststoffteile für den Betonbau. Damit die Betonarbeit speditiv von der Hand geht.

Constri fun: Marktführender Hersteller Schweizer Tischbomben und Ansprechpartner für ausgewählte Partyartikel. Damit Ihre Party zum vollen Erfolg wird.

Constri kids: Ansprechpartner für raffinierte und hochwertige Spielwaren und Bastelideen. Damit Kinder individuell gefördert werden können.

ProSpiel: Kompetenter Ansprechpartner für professionelle Spiel-, Lehr- und Bastelmaterialien, sowie hochwertige Möbel und Einrichtungen für Krippen, Kindergärten und Schulen.

 

Im Zuge des Rebrandings wird auch das Leitbild der Constri AG ausgearbeitet.